Chicken Lo Mein in einer schwarzen Pfanne mit glänzenden Nudeln, Hühnchenstreifen und Frühlingszwiebeln

Chicken Lo Mein – seidennudeln mit hühnchen, die wirklich gelingen

Letzten Winter stand ich nach einer langen Schicht um 22 Uhr in meiner Küche, zu müde für ein richtiges Abendessen – und bestellte zum dritten Mal in einer Woche Lo Mein. Als die Nudeln ankamen, lauwarm und pappig in der Styroporbox, dachte ich: das kann ich besser. Aber mein erster Versuch zu Hause war eine Katastrophe – die Nudeln klebten zusammen wie Kleister, die Sauce schmeckte nach Salz und nichts sonst.

Dieses Rezept ist das Ergebnis von vier Testläufen in meiner Küche. Die Nudeln bleiben glänzend und getrennt, das Hühnchen ist zart bis in die Mitte, und die Sauce hat diese dunkle, leicht süßliche Tiefe, die man beim Lieferdienst selten bekommt – fertig in unter 30 Minuten, mit Zutaten aus dem Supermarkt.

Profi-Tipp

Chicken Lo Mein – seidennudeln mit hühnchen, die wirklich gelingen — astuce chef

Der häufigste Fehler beim Lo Mein: die Nudeln direkt aus dem Kochtopf in die heiße Pfanne geben. Sie sind dann noch feucht, kühlen das Öl ab und werden gummiartig. Stattdessen die gekochten Nudeln auf einem Backblech ausbreiten, mit einem Teelöffel Sesamöl vermischen und kurz ausdampfen lassen – mindestens 5 Minuten. Ich habe das in meinem dritten Testlauf ausprobiert: der Unterschied in der Textur war sofort spürbar. Die Nudeln nehmen die Sauce gleichmäßig auf, ohne zu verklumpen.

Lo-Mein-Nudeln gibt es im Asia-Regal bei Rewe, Edeka oder im Asiashop – notfalls funktionieren breite Eiernudeln (z. B. von Maggi oder Knorr, Sorte ‘Suppennudeln breit’) gut als Ersatz. Dunkle Sojasoße (z. B. Pearl River Bridge) gibt die Farbe, helle Sojasoße den Salzgehalt – beide zusammen ergeben die richtige Balance. Austernsauce ist entscheidend: nicht weglassen, sie liefert die Umami-Tiefe.

Chicken Lo Mein – seidennudeln mit hühnchen, die wirklich gelingen

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Portionen

4

Portionen
Vorbereitung

15

minutes
Kochzeit

15

minutes
Kalorien

510

kcal
Ruhezeit

10

minutes
Gesamtzeit

40

minutes

Zutaten

  • 400 g Lo-Mein-Nudeln (oder breite Eiernudeln)

  • 500 g Hähnchenbrustfilet

  • 2 EL helle Sojasoße (für die Marinade)

  • 1 EL Speisestärke

  • 3 EL Austernsauce

  • 2 EL dunkle Sojasoße

  • 1 EL helle Sojasoße (für die Sauce)

  • 1 TL Sesamöl (geröstet)

  • 1 TL Zucker

  • 3 EL neutrales Öl (z. B. Sonnenblumenöl)

  • 3 Zehen Knoblauch, fein gehackt

  • 1 Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm), gerieben

  • 2 Stangen Sellerie, schräg geschnitten

  • 1 Stück rote Paprika, in dünne Streifen geschnitten

  • 3 Stück Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten

  • 100 g Sojasprossen (aus der Dose oder frisch)

Zubereitung

  • Hähnchen marinieren. Die Hähnchenbruststreifen (ca. 5 mm dünn) mit 2 EL heller Sojasoße und 1 EL Speisestärke vermengen und 5 Minuten ruhen lassen. Die Stärke bildet eine dünne Schutzschicht – das Fleisch bleibt beim Braten saftig statt trocken.
  • Nudeln kochen. Nach Packungsanweisung garen, 1 Minute kürzer als angegeben – sie sollen noch leicht Biss haben. Sofort abgießen, auf ein Blech verteilen, mit 1 TL Sesamöl wenden und 5 Minuten ausdampfen lassen (siehe Astuce Pro).
  • Sauce mischen. Austernsauce, dunkle und helle Sojasoße, Zucker und 2 EL Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren. Alles vorab abmessen – beim Wokken bleibt keine Zeit mehr zum Suchen.
  • Hähnchen scharf anbraten. Den Wok oder eine große Pfanne auf hoher Hitze erhitzen, 2 EL Öl hineingeben, Hähnchen in einer Lage verteilen. Wenn das Fleisch nach 90 Sekunden eine goldbraune, fast karamellisierte Seite zeigt und sich leicht vom Boden löst, wenden – nicht früher.
  • Hähnchen herausnehmen, sobald es eine Kerntemperatur von mindestens 74 °C erreicht hat. Beiseitelegen. Ein Fleischthermometer nimmt hier alle Unsicherheit – sicherer als Farbe allein.
  • Gemüse anbraten. 1 EL Öl in den Wok, Knoblauch und Ingwer 30 Sekunden anrösten, dann Sellerie und Paprika 2 Minuten unter ständigem Rühren garen. Das Gemüse soll knackig bleiben und leicht am Rand bräunen – ein nussiger Duft zeigt, dass der Knoblauch fertig ist.
  • Alles zusammenführen. Nudeln und Hähnchen zurück in den Wok geben, Sauce darübergießen, alles 1–2 Minuten bei hoher Hitze schwenken. Die Nudeln sollen die Sauce vollständig aufgesogen haben und glänzend aussehen – kein Flüssigkeitssee am Boden der Pfanne.
  • Sojasprossen und Frühlingszwiebeln unterheben. Hitze ausschalten, kurz vermischen, sofort servieren. Die Sprossen kommen zuletzt rein – sie sollen noch leicht knusprig knacken, wenn man hineinbeißt.

Varianten

Chicken Lo Mein – seidennudeln mit hühnchen, die wirklich gelingen — étape clé

Für eine vegetarische Version das Hähnchen durch festen Tofu ersetzen (vorher gut abtupfen und scharf anbraten). Wer es etwas schärfer mag, gibt beim Gemüse 1 TL Sambal Oelek oder Chiliöl direkt in die Sauce – das passt gut zur dunklen Sojasoße.

Beilagen

Ein einfacher Gurkensalat mit Reisessig und Sesamöl bringt Frische dagegen. Gedämpfter Jasminreis eignet sich als sättigende Beilage für hungrigere Runden. Klare Miso-Suppe rundet das Gericht ab, ohne es zu überladen.

FAQ

Kann ich Lo-Mein-Nudeln durch Spaghetti ersetzen?

Ja, im Notfall funktioniert das – aber Spaghetti nehmen Sauce weniger gut auf als Eiernudeln, weil sie keine poröse Oberfläche haben. Am besten dann die Sauce um 1 EL Austernsauce erhöhen, damit der Geschmack trotzdem haftet.

Wie bewahre ich Reste auf, ohne dass die Nudeln pappen?

Reste in einer luftdichten Box im Kühlschrank aufbewahren, maximal 2 Tage. Beim Aufwärmen in der Pfanne 1–2 EL Wasser dazugeben und bei mittlerer Hitze schwenken – die Nudeln lösen sich wieder und die Sauce wird reaktiviert.

Kann ich das Gericht auch mit Rindfleisch oder Garnelen machen?

Chicken Lo Mein – seidennudeln mit hühnchen, die wirklich gelingen

Rindfleisch (z. B. Hüftsteak, dünn geschnitten) funktioniert sehr gut – gleiche Marinade, aber nur 60 Sekunden pro Seite bei sehr hoher Hitze, Kerntemperatur mindestens 71 °C. Garnelen brauchen noch weniger Zeit: sobald sie sich rosa einrollen und undurchsichtig werden, sind sie fertig – Kerntemperatur mindestens 63 °C.

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