Reispfannkuchen mit Gorgonzola – knusprig aus der Pfanne
Letzten Herbst stand ich an einem Dienstagabend vor einem Topf gekochtem Reis vom Vortag – zu viel zum Wegwerfen, zu wenig für eine vollständige Mahlzeit. Im Kühlschrank lag ein angebrochenes Stück Gorgonzola, das dringend verbraucht werden musste. Ich habe beides in die Pfanne geworfen, ohne großen Plan – und was herauskam, hat mich so überrascht, dass ich seitdem nichts mehr wegschmeiße.
Dieses Rezept verwandelt übrig gebliebenen Reis in einen goldbraunen, außen knusprigen Pfannkuchen mit cremigem Gorgonzola-Kern. Keine Backform, kein Ofen, keine Wartezeit: In rund 30 Minuten steht ein vollwertiges Abendessen auf dem Tisch – mit Zutaten, die im Alltag sowieso im Kühlschrank liegen.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: frisch gekochten Reis direkt in die Pfanne geben. Warmer Reis enthält zu viel Restfeuchte – der Pfannkuchen zerfällt beim Wenden und bildet keine Kruste. Die Lösung: Reis mindestens 4 Stunden kalt stellen (am besten über Nacht). Kalter Reis bindet besser, die Stärke zieht sich zusammen, und die Oberfläche wird in der Pfanne wirklich knusprig statt matschig. Ich habe drei Versionen getestet – nur die mit gekühltem Reis hat beim Wenden gehalten.
Gorgonzola gibt es in jedem Supermarkt in der Käsetheke oder abgepackt im Kühlregal – wähle den milden Dolce für einen cremigeren Schmelz, den Piccante für mehr Würze. Wer keinen Gorgonzola findet oder mag, kann Cambozola oder einen kräftigen Bergkäse nehmen. Risotto-Reis (Arborio, z. B. von Alnatura oder Rewe Bio) bindet am besten, aber auch normaler Langkornreis vom Vortag funktioniert.
Reispfannkuchen mit Gorgonzola – knusprig aus der Pfanne
4
Portionen10
minutes20
minutes390
kcal4
hours4
hours30
minutesZutaten
400 g gekochter Reis (kalt, vom Vortag)
120 g Gorgonzola Dolce
2 Stück Eier (Größe M)
40 g geriebener Parmesan
1 EL gehackte Petersilie
1/2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1/2 TL Salz
2 EL Olivenöl
1 EL Butter
Zubereitung
- Reis kühlen. Den gekochten Reis mindestens 4 Stunden – am besten über Nacht – im Kühlschrank kalt stellen. Dieser Schritt ist nicht optional: Die Stärke bindet erst beim Abkühlen vollständig, und nur gekühlter Reis hält in der Pfanne zusammen.
- Reis vorbereiten. Den gekühlten Reis mit den Eiern, dem Parmesan, Petersilie, Salz und Pfeffer in einer Schüssel gründlich vermischen – die Masse soll zusammenhalten, wenn man eine Handvoll zusammendrückt. Zu nass? Einen weiteren EL Parmesan einarbeiten.
- Gorgonzola einfalten. Den Gorgonzola in grobe Stücke brechen und locker unter die Reismasse heben – nicht zu stark mischen, damit die Käsestücke sichtbar bleiben. Die Käsestücke sollen im fertigen Pfannkuchen kleine cremige Taschen bilden.
- Pfanne erhitzen. Olivenöl und Butter bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne (Ø 26 cm) erhitzen, bis die Butter schäumt und der Schaum sich wieder legt. Diesen Moment abwarten: zu früh bedeutet ungleichmäßige Bräunung.
- Masse einschichten. Die Reismasse gleichmäßig in die Pfanne geben und mit einem Spatel flach andrücken – wie eine dicke Tortilla, etwa 2 cm hoch. Bei mittlerer Hitze 8–10 Minuten braten, ohne zu rühren, bis sich der Rand goldbraun vom Pfannenboden löst und es leise knistert.
- Wenden. Einen großen flachen Teller auf die Pfanne legen, den Pfannkuchen darauf stürzen, dann zurück in die Pfanne gleiten lassen. Die Unterseite soll jetzt die Farbe von dunklem Honig haben – das ist das Zeichen zum Wenden.
- Fertig braten. Weitere 6–8 Minuten auf der zweiten Seite braten, bis auch diese Seite knusprig ist und der Gorgonzola innen schmilzt. Kurz ruhen lassen, damit der Käsekern sich setzt, bevor man anschneidet.
Varianten
Wer es herzhafter mag, gibt 80 g gewürfelten Speck (Schwarzwälder oder Tiroler) direkt in die Reismasse – das Fett aus dem Speck ersetzt dann die Hälfte des Olivenöls. Für eine vegetarische Variante mit mehr Tiefe: getrocknete Tomaten (in Öl, abgetropft) und frischer Thymian statt Petersilie.
Beilagen
Ein einfacher Rucola-Salat mit Zitronensaft und etwas Olivenöl schneidet die Reichhaltigkeit des Käses sauber durch. Dazu passt ein kühles Glas Weißwein – ein trockener Grüner Veltliner oder ein Pinot Grigio funktionieren gut. Als leichtere Option reicht ein Löffel Naturjoghurt mit Kräutern direkt daneben.
FAQ
Kann ich auch frisch gekochten Reis verwenden?
Nicht empfehlenswert: frischer Reis enthält zu viel Restfeuchte und die Masse zerfällt in der Pfanne. Mindestens 4 Stunden kühlen – am besten über Nacht, damit die Stärke vollständig bindet.
Wie verhindere ich, dass der Pfannkuchen beim Wenden bricht?
Die Unterseite muss wirklich fest und goldbraun sein, bevor man wendet – das dauert 8–10 Minuten bei mittlerer Hitze. Ein zu früher Wendeversuch ist die häufigste Ursache für einen zerbrochenen Pfannkuchen.
Kann ich den Pfannkuchen vorbereiten und später aufwärmen?
Ja – im Ofen bei 160 °C für 10 Minuten wird er wieder knusprig, in der Mikrowelle wird er leider weich. Wer den Pfannkuchen mit anderen Käsesorten ausprobieren möchte, fragt sich vielleicht, ob ein Blauschimmelkäse mit weniger Intensität genauso gut schmilzt.