Gefüllte Brötchen mit Hähnchen-Curry (Puits) – saftig und würzig
Letzten Winter habe ich für einen Abend mit Freunden spontan diese Brötchen gebacken – der Teig war in zwanzig Minuten zusammengerührt, die Küche roch nach Curry und geröstetem Paprika, und ich dachte, das wird schon passen. Als ich die Schale auf den Tisch stellte, war sie in vier Minuten leer. Aber das Rezept, das ich damals verwendet hatte, ließ die Füllung beim Backen komplett auslaufen.
Diese Version löst genau dieses Problem: ein Joghurtteig, der nach 45 Minuten Gehzeit federleicht aufgeht, eine gebundene Hähnchen-Curry-Füllung mit Paprika und Käse, die beim Backen an Ort und Stelle bleibt – und Brötchen, die nach 12 Minuten bei 180 °C goldbraun aus dem Ofen kommen. Kein Spezialwerkzeug, keine Zutaten, die man erst bestellen muss.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: Die Füllung wird zu feucht in die Mulde gegeben. Beim Backen verdampft die Flüssigkeit, dehnt sich aus und drückt die Füllung heraus – die Brötchen laufen über und der Boden wird klebrig. Die Lösung: Die Hähnchen-Pfanne nach dem Garen noch 2 Minuten bei mittlerer Hitze ohne Deckel einkochen lassen, bis keine sichtbare Flüssigkeit mehr im Boden steht. Erst dann Käse und Crème fraîche einrühren. Ich habe drei Versionen getestet – nur diese bleibt sauber.
Hähnchenbrust gibt es bei Aldi, Lidl oder Rewe in der Frischetheke; Hähnchenfilet aus der Tiefkühltheke funktioniert genauso gut, einfach vollständig auftauen. Für den Käse: Emmentaler (gerieben, abgepackt) und ein Schmelzkäsedreieck (z. B. La Vache qui rit oder Milkana) sind in jedem Supermarkt erhältlich. Wer keine Crème fraîche hat, nimmt Schmand – gleiches Verhältnis, etwas säuerlicher, passt gut zum Curry.
Gefüllte Brötchen mit Hähnchen-Curry (Puits) – saftig und würzig
8
Portionen25
minutes12
minutes310
kcal45
minutes1
hour22
minutesZutaten
400 g Weizenmehl Type 550
1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
1 TL Zucker
1 TL Salz
1 TL getrockneter Oregano
1 Stück Ei (M)
120 g Naturjoghurt (3,5 % Fett)
100 ml lauwarme Vollmilch
40 ml Olivenöl
300 g Hähnchenbrust, in kleine Würfel geschnitten
1 Stück rote Paprika, fein gewürfelt
1 Stück mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
2 Zehen Knoblauch, gepresst
1,5 TL Currypulver
0,5 TL Paprikapulver edelsüß
0,5 TL Kreuzkümmel
0,25 TL Kurkuma
Salz und Pfeffer nach Geschmack
2 EL Crème fraîche oder Schmand
2 EL frische Petersilie, gehackt
80 g Emmentaler, gerieben
2 Stück Schmelzkäsedreiecke (à ca. 17 g)
1 Stück Eigelb zum Bestreichen
1 EL Milch zum Bestreichen
Zubereitung
- Hefe aktivieren. Trockenhefe und Zucker in der lauwarmen Milch auflösen und 5 Minuten stehen lassen, bis die Oberfläche leicht schäumt – das zeigt, dass die Hefe arbeitet. Milch nicht heißer als 38 °C – sonst sterben die Hefekulturen ab.
- Teig kneten. Mehl, Salz und Oregano mischen, dann Ei, Joghurt, Öl und die Hefemischung dazugeben und 8 Minuten kneten, bis der Teig glatt und leicht klebrig ist. Der Teig sollte sich beim Drücken mit dem Finger sofort zurückziehen – das ist das Zeichen für genug Glutenentwicklung.
- Teig gehen lassen. Abgedeckt an einem warmen Ort 45 Minuten ruhen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Backofen auf 30 °C vorheizen, ausschalten und die Schüssel hineinstellen – gleichmäßige Wärme ohne Zugluft.
- Füllung zubereiten. Zwiebel und Knoblauch in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig dünsten, Hähnchenwürfel dazugeben und 5–6 Minuten durchgaren, bis die Kerntemperatur 74 °C erreicht. Sobald kein rosafarbenes Fleisch mehr sichtbar ist, Paprika und alle Gewürze einrühren und weitere 3 Minuten mitbraten.
- Füllung einkochen. Hitze erhöhen und 2 Minuten ohne Deckel rühren, bis die Flüssigkeit im Boden der Pfanne vollständig verdampft ist. Man hört, wie das Zischen leiser wird – das ist das akustische Signal, dass die Feuchtigkeit weg ist.
- Käse einrühren. Pfanne vom Herd nehmen, Crème fraîche, Schmelzkäsedreiecke, die Hälfte des Emmentalers und Petersilie unterheben. Die Füllung jetzt vollständig abkühlen lassen – heiße Füllung macht den Teig beim Formen weich.
- Brötchen formen. Teig in 8 gleiche Portionen teilen (je ca. 90 g), jede zu einem Kreis von 12 cm ausrollen und mit den Fingern eine tiefe Mulde in die Mitte drücken. Den Rand dabei leicht hochziehen – er hält die Füllung wie eine Schale.
- Füllen und bestreuen. Einen gehäuften Esslöffel Füllung in jede Mulde geben, mit dem restlichen Emmentaler bestreuen. Nicht überfüllen – ein leicht gewölbter Löffel reicht, damit die Füllung beim Backen nicht überläuft.
- Backen. Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, mit Eigelb-Milch-Mischung bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze 12 Minuten backen. Die Oberfläche soll eine tiefe Goldfarbe annehmen – nicht hellgelb, sonst ist der Teig innen noch teigig.
Varianten
Vegetarische Version: Die Hähnchenbrust durch 300 g gebratene Champignons und Zucchini ersetzen – gleiche Gewürzmenge, gleicher Ablauf. Schärfere Variante: 0,5 TL Chiliflocken zur Füllung geben und Currypulver auf 2 TL erhöhen – die Füllung bekommt dadurch eine deutlich wärmere, tiefere Note.
Beilagen
Eine klare Gemüsebrühe mit Einlage macht daraus ein vollständiges leichtes Mittagessen. Ein knackiger Gurkensalat mit Dill und einem Spritzer Apfelessig gleicht die Würze der Füllung aus. Wer die Brötchen als Snack serviert, reicht dazu einen Joghurt-Dip mit Knoblauch und Zitrone.
FAQ
Kann ich den Teig am Vorabend vorbereiten?
Ja – nach dem Kneten den Teig abgedeckt in den Kühlschrank stellen und über Nacht langsam gehen lassen (bis zu 12 Stunden). Am nächsten Tag 20 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen, dann direkt formen und backen.
Wie lange halten sich die Brötchen und wie wärme ich sie auf?
Im Kühlschrank halten sie sich 3 Tage in einer geschlossenen Dose. Zum Aufwärmen 5–8 Minuten bei 180 °C in den Ofen – die Kruste wird dabei wieder knusprig, was frisch gebacken kaum zu unterscheiden ist.
Kann ich die Füllung mit Rinderhack statt Hähnchen machen?
Absolut – Rinderhack (mindestens 20 % Fettanteil) gibt eine kräftigere, sättigendere Füllung. Dabei die Kerntemperatur auf mindestens 71 °C achten und das Hack vollständig durchbraten, bevor die Gewürze dazukommen. Mit Rinderhack und etwas mehr Kreuzkümmel bekommt die Füllung einen ganz anderen Charakter – man fragt sich fast, ob das noch dasselbe Rezept ist.