Cremige Kokos-Tofu-Suppe mit Shiitake und Zitronengras
Wer in der Erkältungszeit nach einem Topf Suppe greift, denkt zuerst an Hühnerbrühe oder Linsensuppe – beides bewährt, beides sättigend. Aber was, wenn eine Suppe die gleiche wärmende Wirkung hat, dabei vollständig pflanzlich ist und in weniger als 30 Minuten auf dem Tisch steht? Das klingt nach einem Kompromiss. Es ist keiner.
Diese Kokos-Tofu-Suppe liefert eine samtige, aromatisch tiefe Brühe aus Kokosmilch, roter Currypaste und Zitronengras – mit Shiitake-Pilzen und festem Tofu als sättigende Basis. Kein aufwendiges Mise en Place, kein Spezialgeschäft: alles, was du brauchst, bekommst du im Supermarkt. Nach meinen Tests funktioniert das Rezept beim ersten Versuch.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler bei dieser Suppe: den Tofu direkt aus der Packung in die Brühe werfen. Er schwimmt dann weich und geschmacksneutral im Topf. Die Lösung ist einfach – den Tofu 15 Minuten zwischen zwei Lagen Küchenpapier pressen, dann in einer beschichteten Pfanne mit etwas Sesamöl bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten anbraten, bis die Außenseite goldgelb und leicht knusprig ist. So nimmt er die Gewürze der Brühe besser auf und behält im Topf seine Form.
Festen oder extra-festen Tofu (Naturkind, Taifun oder Alnatura) findest du in jedem Bio-Supermarkt und bei Rewe oder Edeka in der Kühltheke. Shiitake-Pilze gibt es frisch oder getrocknet – getrocknete (z. B. von Alnatura) 20 Minuten in warmem Wasser einweichen, das Einweichwasser als zusätzliche Brühe verwenden. Zitronengras liegt im Gemüseregal gut sortierter Supermärkte; alternativ funktioniert 1 TL Zitronengrasmark aus dem Glas (Asia-Regal).
Cremige Kokos-Tofu-Suppe mit Shiitake und Zitronengras
4
Portionen15
minutes20
minutes430
kcal35
minutesZutaten
1 EL Kokosöl
25 g frischer Ingwer, geschält und gerieben (ca. 2,5 cm Stück)
3 Zehen Knoblauch, fein gehackt
1 EL rote Currypaste
1,4 l Gemüsebrühe
1 EL Ahornsirup
1 Stängel Zitronengras, äußere Blätter entfernt, in 3 Stücke geschnitten
60 ml Sojasauce
225 g Shiitake-Pilze, in Scheiben
800 ml Kokosmilch (2 Dosen à 400 ml, Vollfett)
400 g fester Tofu, gepresst und in Würfel geschnitten
2 EL Limettensaft (ca. 1 Limette)
2 Stängel Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
1 Handvoll frischer Koriander
nach Geschmack Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Tofu pressen und anbraten. Den Tofu 15 Minuten zwischen Küchenpapier pressen, dann in einer Pfanne mit 1 TL Sesamöl bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten anbraten, bis die Würfel an den Seiten goldgelb sind – du hörst ein leises Zischen, das zeigt, dass die Feuchtigkeit entweicht. Diesen Schritt nicht überspringen: gepresster und angebratener Tofu hält seine Form in der Brühe und schmeckt deutlich intensiver.
- Aromaten anschwitzen. Kokosöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen, Ingwer und Knoblauch 2 Minuten darin anschwitzen. Sobald der Knoblauch duftet und leicht glasig wird, sofort weiter – er darf nicht bräunen, sonst wird die Brühe bitter.
- Brühe aufbauen. Currypaste einrühren, dann Gemüsebrühe, Ahornsirup, Sojasauce und Zitronengras-Stücke dazugeben. Bei mittlerer Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Die 10 Minuten sind entscheidend: Das Zitronengras braucht diese Zeit, um sein Aroma vollständig an die Brühe abzugeben.
- Pilze und Tofu einlegen. Shiitake-Scheiben, Kokosmilch und den angebratenen Tofu in den Topf geben, kurz aufkochen und 3 Minuten bei niedriger Hitze ziehen lassen. Die Kokosmilch nicht sprudelnd kochen – das Fett trennt sich sonst und die Suppe verliert ihre cremige Konsistenz.
- Fertigstellen. Topf vom Herd nehmen, Zitronengras-Stücke herausfischen, Limettensaft einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Frühlingszwiebeln und Koriander garnieren – die Suppe sollte in der Schüssel hell dampfen und nach Zitrus und Kokosnuss riechen.
Varianten
Wer keinen Tofu mag, kann stattdessen 400 g Kichererbsen aus der Dose verwenden – sie passen geschmacklich gut zur Currypaste und machen die Suppe noch fülliger. Für eine schärfere Variante einfach 1–2 TL Sambal Oelek (im Asia-Regal jedes Supermarkts erhältlich) zusammen mit der Currypaste einrühren.
Beilagen
Gedämpfter Jasminreis nimmt die Brühe gut auf und macht aus der Suppe eine vollständige Mahlzeit. Dunkles Vollkornbrot oder ein knuspriges Baguette eignet sich zum Eintunken – beides typisch für ein schnelles Abendessen unter der Woche. Reisnudeln direkt in der Brühe gegart sind eine weitere Option, wenn du auf Brot verzichten möchtest.
FAQ
Kann ich den Tofu auch weglassen oder ersetzen?
Ja. Kichererbsen oder weiße Bohnen aus der Dose sind ein direkter Ersatz – einfach abtropfen lassen und mit den Pilzen in die Brühe geben. Die Garzeit bleibt gleich.
Wie lange hält sich die Suppe im Kühlschrank?
Gut verschlossen hält sie sich 3 Tage. Beim Aufwärmen etwas Gemüsebrühe oder Wasser dazugeben, da die Kokosmilch beim Abkühlen eindickt.
Kann ich die Suppe einfrieren?
Kokosmilch-Suppen lassen sich einfrieren, verändern aber beim Auftauen leicht ihre Textur – die Brühe kann sich trennen. Wer experimentierfreudig ist: Suppe ohne Tofu einfrieren, den Tofu frisch dazugeben. Ob das Ergebnis genauso cremig bleibt wie frisch gekocht, ist eine offene Frage.