Pasta mit Cognac-Rosasauce und Meeresfrüchten
Es war ein Dienstagabend im Oktober, ich hatte einen langen Tag hinter mir und stand ratlos vor dem Kühlschrank – eine Packung Garnelen, etwas Sahne, ein halbvoller Cognac-Flasche vom letzten Abendessen. Ich dachte: Das wird nichts. Dann hat mich der erste Löffel dieser Sauce vom Gegenteil überzeugt – und ich stand noch zehn Minuten am Herd und tunkte Brot in den Topf, obwohl die Pasta schon auf dem Teller lag.
Diese Cognac-Rosasauce ist in unter 30 Minuten fertig, braucht keine exotischen Zutaten und liefert eine samtige, tief aromatische Sauce, die sich um jede Nudel schmiegt. Kein langer Einkauf, kein Stress – nur ein Teller, der sich anfühlt, als hätte man deutlich mehr Zeit investiert.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: die Garnelen zu früh in die Sauce geben und dann zu lange darin köcheln lassen. Sie werden gummiartig, zäh, und geben ihren gesamten Saft in die Sauce ab – was die Konsistenz verwässert. Die Lösung: Garnelen separat in einer heißen Pfanne 90 Sekunden pro Seite anbraten, bis sie rosa und leicht gebräunt sind, dann erst kurz vor dem Servieren unter die fertige Sauce heben. So bleiben sie saftig, und die Sauce bleibt konzentriert.
Tiefkühlgarnelen von REWE, Edeka oder Lidl (Größe 16/20, bereits geschält) funktionieren hier einwandfrei – einfach über Nacht im Kühlschrank auftauen. Für den Cognac genügt ein einfacher Supermarkt-Cognac (z. B. Mariacron oder Remy Martin VSOP). Wer keinen Cognac möchte, ersetzt ihn durch trockenen Weinbrand oder lässt ihn ganz weg und gibt einen Schuss trockenen Weißwein dazu.
Pasta mit Cognac-Rosasauce und Meeresfrüchten
4
Portionen10
minutes20
minutes520
kcal30
minutesZutaten
400 g Spaghetti oder Linguine
500 g Garnelen (geschält, TK aufgetaut oder frisch)
1 EL Olivenöl
1 EL Butter
2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
1 kleine Schalotte, fein gewürfelt
50 ml Cognac
400 g stückige Tomaten (Dose)
150 ml Sahne (mind. 30 % Fett)
1 TL Tomatenmark
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
etwas frische Petersilie zum Garnieren
Zubereitung
- Salzwasser aufkochen. Die Pasta nach Packungsangabe al dente kochen – sie soll beim Durchbeißen noch einen hauchdünnen weißen Kern zeigen. Etwa 100 ml Nudelwasser vor dem Abgießen abschöpfen: die Stärke darin bindet die Sauce später seidig.
- Garnelen anbraten. Olivenöl in einer großen Pfanne bei hoher Hitze erhitzen, Garnelen in einer einzigen Schicht einlegen – kein Übereinanderstapeln. Nach 90 Sekunden sollte die Unterseite leuchtend korallrot und leicht gebräunt sein; dann wenden, weitere 60 Sekunden, herausnehmen.
- Aromaten anschwitzen. Butter in derselben Pfanne schmelzen, Schalotte und Knoblauch bei mittlerer Hitze 2 Minuten glasig dünsten. Der Knoblauch darf goldgelb werden, aber nicht braun – sobald er anfängt zu duften wie geröstetes Brot, ist er am Limit.
- Cognac ablöschen. Cognac direkt in die Pfanne gießen und 30 Sekunden bei hoher Hitze einkochen lassen. Man hört ein kurzes, lautes Zischen – der Alkohol verdampft, und was bleibt, ist ein nussig-warmes Aroma, das die Sauce trägt.
- Sauce aufbauen. Tomatenmark einrühren, dann stückige Tomaten und Sahne dazugeben. Bei mittlerer Hitze 8 Minuten köcheln lassen. Die Sauce soll leicht eindicken und an einem Holzlöffel haften bleiben – wenn sie noch flüssig rinnt, 2 Minuten länger köcheln.
- Abschmecken und zusammenführen. Mit Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer abschmecken, Garnelen und abgetropfte Pasta in die Sauce geben. Etwas Nudelwasser einrühren, bis die Sauce glänzend und geschmeidig um die Nudeln liegt – das dauert meist nur 30 Sekunden Rühren.
Varianten
Wer es etwas kräftiger mag, gibt 100 g gewürfelten Räucherlachs zusammen mit den Garnelen in die Sauce – das Räucheraroma passt überraschend gut zum Cognac. Für eine leichtere Variante ersetzt man die Sahne durch Crème fraîche mit 20 % Fett: die Sauce wird etwas frischer und weniger schwer.
Beilagen
Ein knuspriges Ciabatta aus dem Supermarkt-Backregal saugt die Sauce restlos auf und macht den Teller komplett. Ein einfacher grüner Salat mit Zitronenvinaigrette bringt Frische und Leichtigkeit dazu. Ein Glas trockener Weißwein – etwa ein Grüner Veltliner – rundet das Gericht ab.
FAQ
Kann ich die Sauce ohne Alkohol zubereiten?
Ja, einfach den Cognac weglassen und stattdessen 50 ml Fischbrühe oder Gemüsebrühe zum Ablöschen verwenden. Die Tiefe des Aromas ist etwas anders, aber die Sauce bleibt samtig und vollmundig.
Wie verhindere ich, dass die Garnelen zäh werden?
Garnelen bei sehr hoher Hitze kurz anbraten – maximal 90 Sekunden pro Seite – und erst ganz am Schluss in die fertige Sauce geben. Die Kerntemperatur soll 63 °C erreichen, nicht überschreiten.
Funktioniert das Rezept auch mit anderen Nudelsorten?
Linguine und Tagliatelle nehmen die Sauce am schönsten auf, weil ihre breite Oberfläche mehr Sauce hält. Wer es ausprobieren möchte: kurze Pasta wie Rigatoni verändert das Mundgefühl komplett – ob das besser oder schlechter ist, hängt ganz davon ab, wie man die Sauce erleben will.