Gebackenes Risotto mit Spargel und Erbsen – ohne Rühren
Der Spargel liegt seit Wochen im Regal, die Erbsen kommen gerade in die Tiefkühltruhe zurück – und trotzdem bleibt Risotto für viele ein Sonntagsprojekt, das 40 Minuten Dabeistehen kostet. Dabei gibt es eine Methode, die das komplett überflüssig macht. Und nein, dabei verliert das Risotto nichts von seiner Cremigkeit.
Dieses Ofenrisotto kocht sich praktisch von selbst: Zutaten in den Bräter, Deckel drauf, Ofen an. Das Ergebnis ist ein seidig-cremiges Risotto mit knackigem Spargel und einer leuchtend grünen Erbsensauce – fertig in unter einer Stunde, ohne einen Löffel in der Hand zu halten.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler beim Ofenrisotto: Die Flüssigkeit wird kalt eingegossen. Kalte Brühe verlängert die Garzeit ungleichmäßig – die äußeren Reiskörner quellen zu schnell, der Kern bleibt hart. Die Lösung: Die Brühe vorher in einem Topf auf dem Herd zum Simmern bringen, dann erst in den Bräter gießen. So startet der Reis sofort gleichmäßig zu garen, und die 35 Minuten im Ofen bei 175 °C reichen exakt aus.
Arborio-Reis gibt es bei Rewe, Edeka und Aldi (oft unter der Eigenmarke) sowie in jedem gut sortierten Supermarkt in der Reisabteilung. Wer keinen findet, greift zu Carnaroli – ebenfalls stärkereich und im Ergebnis sehr ähnlich. Parmesan: Am besten ein Stück kaufen und selbst reiben; Fertiggeriebener bindet schlechter, weil er Trennmittel enthält. TK-Erbsen funktionieren hier besser als Dosenerbsen, da sie fester bleiben.
Gebackenes Risotto mit Spargel und Erbsen – ohne Rühren
4
Portionen15
minutes40
minutes390
kcal55
minutesZutaten
300 g Arborio-Reis
1200 ml Gemüsebrühe (natriumarm), geteilt
340 g grüner Spargel, holzige Enden abgebrochen, in 3-cm-Stücke geschnitten
2 Zehen Knoblauch, fein gerieben
60 g Parmesan, frisch gerieben (+ etwas zum Garnieren)
150 g TK-Erbsen, aufgetaut
1 TL Salz (plus mehr nach Geschmack)
1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Zubereitung
- Ofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Arborio-Reis in einen schweren Bräter mit Deckel geben. Ein gusseiserner Bräter speichert die Hitze gleichmäßiger als eine dünne Auflaufform – das ist hier entscheidend für die Cremigkeit.
- 1000 ml Brühe in einem Topf zum Simmern bringen. Spargelstücke hineingeben, 5 Minuten blanchieren, dann mit einer Schaumkelle herausnehmen und beiseitelegen. Der Spargel soll noch leicht knackig sein – beim Herausnehmen sollte er sich biegen, aber nicht brechen.
- Die heiße Brühe über den Reis in den Bräter gießen. Knoblauch und Salz einrühren, Deckel aufsetzen. Kurz riechen: Knoblauch und heiße Brühe zusammen duften sofort würzig-rund – das ist das Zeichen, dass die Aromen schon arbeiten.
- 35 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist. Deckel nicht zwischendurch öffnen – der Dampf ist Teil des Garprozesses.
- Die restlichen 200 ml Brühe mit den aufgetauten Erbsen in einem Mixer fein pürieren. Das Püree sollte leuchtend grün und glatt wie eine Cremesuppe sein – wenn es noch körnig wirkt, 30 Sekunden länger mixen.
- Erbsenpüree und Parmesan unter den heißen Reis rühren, dann Spargel unterheben. Abschmecken. Das Risotto zieht beim Rühren sichtbar nach – es wird in 60 Sekunden cremiger. Wer jetzt einen Löffel hineinzieht, sollte eine samtige Spur sehen.
Varianten
Wer keinen Spargel bekommt, nimmt halbierte Kirschtomaten und Zucchini in 1-cm-Würfeln – beides blanchiert genauso schnell. Für eine kräftigere Note lässt sich der Parmesan durch geriebenen Bergkäse ersetzen, der in vielen Regionen leichter zu finden ist und eine nussig-würzige Tiefe mitbringt.
Beilagen
Ein einfaches Zitronenhähnchen aus dem Ofen passt hervorragend – die Säure schneidet durch die Cremigkeit des Risottos. Gebratene Garnelen (Kerntemperatur ≥ 63 °C) sind in 5 Minuten fertig und machen das Gericht festlicher. Wer vegetarisch bleiben möchte, serviert dazu einen knackigen Rucola-Salat mit Zitronendressing.
FAQ
Kann ich das Risotto auch mit normalem Langkornreis machen?
Nein – Langkornreis gibt die Stärke nicht auf dieselbe Weise ab und wird im Ofen trocken statt cremig. Arborio oder Carnaroli sind hier wirklich notwendig, kein anderer Reis erzielt dasselbe Ergebnis.
Wie bewahre ich Reste auf und wie wärme ich sie auf?
Im luftdichten Behälter hält das Risotto 3 Tage im Kühlschrank. Beim Aufwärmen in der Pfanne oder Mikrowelle einfach 2–3 EL Brühe oder Wasser dazugeben und unter Rühren erhitzen – der Reis saugt die Flüssigkeit auf und wird wieder geschmeidig.
Kann ich das Risotto auch mit Fleischbrühe kochen?
Absolut – Hühnerbrühe gibt dem Risotto eine etwas vollere, herzhafte Note. In meiner Küche habe ich beide Versionen getestet, und die Gemüsebrühe lässt die Erbsen frischer schmecken, während die Hühnerbrühe das Gericht wärmiger und runder macht. Ob das mit einem Stück Hähnchen obendrauf noch besser wird?