Selbstgemachte Gnocchi mit Gorgonzola-Sauce
Letzten November stand ich mit einem Kilo mehligkochender Kartoffeln auf der Arbeitsplatte und dem festen Vorsatz, endlich Gnocchi zu machen – wie meine Nachbarin Rosaria sie immer beschreibt: außen leicht gebräunt, innen fast luftig. Mein erster Versuch landete als gummiartige Masse im Abfluss. Das Problem lag nicht an den Kartoffeln.
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir genau, wo der Fehler passiert – und wie du ihn vermeidest. Das Ergebnis: Gnocchi, die beim Reinbeißen kurz nachgeben und dann zerfallen, mit einer Gorgonzola-Sauce, die in 8 Minuten fertig ist. Drei Zutaten für den Teig, keine Küchenmaschine nötig.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: Kartoffeln kochen statt backen. Beim Kochen saugen die Kartoffeln Wasser auf – du brauchst dann mehr Mehl, der Teig wird schwer, die Gnocchi zäh. Stattdessen: Kartoffeln ungeschält bei 200 °C ca. 50 Minuten im Ofen garen, bis die Schale aufplatzt. Das Innere bleibt trocken und mehlig. Ich habe beide Methoden direkt verglichen – der Unterschied im Teig ist mit bloßem Auge sichtbar.
Mehligkochende Kartoffeln (Sorte ‘Bintje’ oder ‘Agria’) gibt es bei Rewe, Edeka und im Hofer. Für die Sauce: Gorgonzola Dolce ist milder und schmilzt gleichmäßiger – im Kühlregal beim Weichkäse. Wer keinen Gorgonzola mag: Roquefort funktioniert ähnlich, oder ein mildes Cambozola für eine sanftere Note.
Selbstgemachte Gnocchi mit Gorgonzola-Sauce
4
Portionen25
minutes1
hour5
minutes480
kcal1
hour30
minutesZutaten
1 kg mehligkochende Kartoffeln (z. B. Bintje)
200 g Weizenmehl Type 405, plus etwas mehr zum Arbeiten
1 Stück Ei (Größe M)
1 TL feines Meersalz
150 g Gorgonzola Dolce
200 ml Sahne (30 % Fett)
1 EL Butter
1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
4 Zweige frischer Thymian (optional)
Zubereitung
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kartoffeln ungeschält auf ein Backblech legen und 50–55 Minuten garen. Die Schale muss an mindestens einer Stelle aufgeplatzt sein – erst dann ist das Innere wirklich trocken genug.
- Kartoffeln halbieren und das Innere sofort heiß durch eine Kartoffelpresse drücken. Heiß pressen ist entscheidend: Dampf entweicht, die Masse bleibt locker und nicht klebrig.
- Mehl, Ei und Salz zur Kartoffelmasse geben. Kurz und zügig zu einem Teig verkneten. Sobald kein Mehl mehr sichtbar ist, aufhören – zu langes Kneten macht den Teig zäh.
- Den Teig in Rollen von 2 cm Durchmesser formen und in 2 cm lange Stücke schneiden. Die Oberfläche sollte sich leicht samtig anfühlen, nicht klebrig – sonst einen Hauch Mehl dazugeben.
- Gnocchi in reichlich gesalzenem, sprudelnd kochendem Wasser garen. Sie sind fertig, sobald sie an die Oberfläche steigen – das dauert etwa 2–3 Minuten.
- Butter in einer Pfanne schmelzen, Sahne dazugeben und aufkochen lassen. Gorgonzola einrühren. Die Sauce ist fertig, wenn sie den Rücken eines Löffels gleichmäßig überzieht und leicht nach Haselnuss riecht.
- Abgetropfte Gnocchi direkt in die Sauce geben und kurz schwenken. Wer mag, brät die Gnocchi vorher 2 Minuten in Butter an – sie bekommen dann eine goldene, leicht knusprige Seite.
Varianten
Für eine vegetarische Variante ohne Blauschimmelkäse: Gorgonzola durch 120 g geriebenen Bergkäse ersetzen, der mit etwas Weißwein aufgegossen wird. Wer es herzhafter mag: geröstete Walnusskerne (40 g) über die fertige Sauce streuen – das gibt Biss und einen leicht bitteren Kontrast zur Cremigkeit.
Beilagen
Ein knackiger Radicchio-Salat mit Balsamico-Dressing schneidet die Reichhaltigkeit der Sauce sauber durch. Ein Glas trockener Weißburgunder passt ohne zu dominieren. Geröstetes Ciabatta nimmt die restliche Sauce im Teller auf.
FAQ
Kann ich die Gnocchi vorbereiten und einfrieren?
Ja: Gnocchi auf einem bemehlten Blech einzeln einfrieren, dann umfüllen. Direkt aus dem Gefrierfach ins kochende Wasser geben – sie brauchen dann 1–2 Minuten länger.
Mein Teig klebt stark – was mache ich falsch?
Meistens waren die Kartoffeln zu feucht, weil sie gekocht statt gebacken wurden. Etwas mehr Mehl löst das Problem kurzfristig, aber der Teig wird dann dichter – besser beim nächsten Mal die Backofen-Methode verwenden.
Geht die Sauce auch mit einem anderen Käse, wenn Gorgonzola zu intensiv ist?
Cambozola ist milder und in den meisten Supermärkten erhältlich – er schmilzt genauso gut und gibt eine cremige Sauce ohne den scharfen Blauschimmel-Abgang. Wer noch weiter weg vom Blauschimmel möchte, könnte sich fragen, ob eine Mascarpone-Variante mit Zitrone nicht einen völlig anderen Charakter ergibt.