Bourek Annabi – knuspriges Brick mit Hackfleisch und Ei
Letzten Herbst stand ich bei einer Kollegin in der Küche, als sie einen goldbraun frittierten Teigtaschenfladen aus der Pfanne hob und einfach durchbrach – das Eigelb lief langsam über die Hackfleischfüllung, der Geruch von Zimt und Muskat zog durch den ganzen Raum. Ich hatte keine Ahnung, was das war. Aber ich wusste sofort: Das muss ich nachkochen. Das Problem: Ich fand kein einziges deutschsprachiges Rezept, das wirklich funktionierte.
Dieses Rezept gibt dir einen Bourek Annabi, der beim ersten Versuch gelingt – außen krachend knusprig, innen mit weicher Kartoffelfüllung, würzigem Hackfleisch und einem vollständig durchgegarten Ei. Alles mit Zutaten aus dem normalen Supermarkt, in rund 45 Minuten auf dem Tisch.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: Die Füllung wird zu heiß auf das Brickteigblatt gegeben. Feuchte Wärme macht den Teig sofort weich, er reißt beim Falten und das Ei läuft aus. Lass die Hackfleischfüllung und das Kartoffelpüree vollständig auf Raumtemperatur abkühlen, bevor du die Bricks zusammenbaust – mindestens 15 Minuten. In meiner Küche stelle ich die Füllungen auf ein kaltes Backblech, das beschleunigt das Abkühlen spürbar.
Brickteigblätter (auch ‘Feuilles de brick’) findest du im Kühlregal türkischer oder arabischer Lebensmittelläden, in gut sortierten Rewe- oder Edeka-Filialen mit internationalem Sortiment sowie in Asia-Shops. Alternativ funktionieren große Frühlingsrollenblätter aus dem Tiefkühlregal – etwas dünner, aber knusprig. Schmelzkäse-Ecken (z. B. Laughing Cow oder Lidl-Eigenmarke) ersetzen den algerischen fromage à tartiner 1:1.
Bourek Annabi – knuspriges Brick mit Hackfleisch und Ei
6
Portionen15
minutes15
minutes345
kcal15
minutes45
minutesZutaten
6 Stück Brickteigblätter (ca. 30 cm Ø)
500 g mehligkochende Kartoffeln
300 g Rinderhackfleisch
1 große Zwiebel, fein gehackt
2 Zehen Knoblauch, gerieben
6 Stück Eier (Größe M)
6 Stück Schmelzkäse-Ecken
40 g geriebener Käse (z. B. Emmentaler)
10 Stück grüne Oliven, in Scheiben
5 EL glatte Petersilie, fein gehackt
1 TL Butter
2 EL neutrales Pflanzenöl (für die Füllung)
0.5 TL gemahlener Zimt
1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
1 TL Harissa (optional)
Salz und schwarzer Pfeffer
500 ml Sonnenblumenöl zum Frittieren
Zubereitung
- Kartoffeln kochen. Weich gekochte Kartoffeln abgießen, mit einer Gabel zu einem groben Püree zerdrücken, Butter einarbeiten, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Das Püree soll fest bleiben – kein Wasser zugeben, sonst weicht es den Teig durch.
- Hackfleisch anbraten. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel glasig dünsten, Knoblauch und Hackfleisch zugeben, mit Zimt, Salz und Pfeffer würzen, 8–10 Minuten krümelig braten. Das Hackfleisch muss vollständig durchgegart sein – keine rosa Stellen mehr sichtbar, Kerntemperatur mindestens 71 °C. Wenn kein Bratensaft mehr in der Pfanne steht und das Fleisch leicht am Boden hängt, ist das ein gutes Zeichen; im Zweifel mit einem Fleischthermometer prüfen.
- Abkühlen lassen. Hackfleisch vom Herd nehmen, Petersilie untermischen, Füllung und Püree 15 Minuten auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Dieser Schritt ist nicht verhandelbar – siehe Astuce pro. (Diese 15 Minuten sind im Gesamtrezept bereits eingeplant.)
- Bricks belegen. Ein Brickteigblatt flach auslegen, Mitte dünn mit Harissa bestreichen, Kartoffelpüree quadratisch aufstreichen, in der Mitte eine Mulde lassen. Rund um die Mulde Hackfleisch, Olivenscheiben, geriebenen Käse und eine zerzupfte Schmelzkäse-Ecke verteilen – dann das rohe Ei vorsichtig in die Mulde gleiten lassen.
- Falten. Alle vier Seiten des Teigblatts zur Mitte hin einschlagen, sodass ein festes Päckchen entsteht. Ruhig etwas Druck geben – der Teig klebt durch die Feuchtigkeit der Füllung von selbst.
- Frittieren. Öl in einer tiefen Pfanne auf 170–180 °C erhitzen, Bricks vorsichtig mit der Nahtseite nach unten einlegen, je 3–4 Minuten pro Seite goldbraun ausbacken. Die Oberfläche muss tiefgolden und blasig aussehen – ein leises, gleichmäßiges Zischen zeigt die richtige Temperatur an. Das Ei muss vollständig durchgestockt sein (Eigelb fest, ≥ 74 °C Kerntemperatur). Wer ein cremiges Ergebnis bevorzugt, ohne auf Sicherheit zu verzichten, sollte pasteurisierte Eier verwenden.
- Abtropfen lassen. Fertige Bricks auf Küchenpapier legen, sofort servieren. Nicht stapeln – sonst verlieren sie ihre Knusprigkeit innerhalb von Minuten.
Varianten
Thunfisch statt Hackfleisch: Eine Dose abgetropfter Thunfisch (145 g) mit Kapern und Zitronenschale mischen – ergibt eine leichtere, schnellere Füllung ohne Bratzeit. Vegetarisch: Hackfleisch durch gebratene Zucchini-Feta-Mischung ersetzen, Zimt bleibt drin – der Kontrast zum Ei funktioniert genauso.
Beilagen
Eine klare Tomaten-Vermicelli-Suppe (Chorba) passt klassisch dazu und gleicht die Röstaromen aus. Ein einfacher Gurkensalat mit Zitronensaft und Minze bringt Frische auf den Teller. Zitronenspalten zum Beträufeln direkt beim Servieren reichen – mehr braucht es nicht.
FAQ
Kann ich die Bricks vorbereiten und erst später frittieren?
Ja – fertig gefaltete, noch ungekochte Bricks lassen sich bis zu 2 Stunden im Kühlschrank lagern, abgedeckt mit Frischhaltefolie. Länger würde der Teig durchweichen. Einfrieren ist ebenfalls möglich: ungekochte Bricks einzeln einwickeln und direkt aus dem Gefrierfach bei 180 °C im Ofen 20–25 Minuten backen.
Warum reißt mein Teigblatt beim Falten?
Brickteig trocknet schnell aus. Arbeite zügig und halte die nicht genutzten Blätter unter einem leicht feuchten Küchentuch. Wenn das Blatt bereits trocken wirkt, hilft ein ganz kurzes Befeuchten der Ränder mit Wasser.
Geht das Rezept auch im Backofen statt in der Frittierpfanne?
Ja, bei 200 °C Umluft für 15–18 Minuten, die Bricks vorher mit Öl bepinseln. Die Kruste wird fester und matter, nicht so blasig-knusprig wie frittiert. Wer das Ergebnis noch näher an das Original bringen möchte, könnte mit einer Heißluftfritteuse experimentieren – die Temperaturen und Zeiten variieren je nach Gerät.