Gehackter Thai-Kichererbsensalat mit Curry-Erdnuss-Dressing
Letzten Sommer stand ich nach einem langen Arbeitstag vor einem fast leeren Kühlschrank: eine Dose Kichererbsen, ein halber Rotkohl, eine welke Karotte. Ich wollte etwas Frisches, etwas mit Biss – aber kein lauwarmes Pfannengericht. Ich rührte ein Dressing aus Erdnussmus und Currypaste zusammen, fast ohne Erwartung. Das Ergebnis hat mich so überrascht, dass ich dasselbe Rezept seitdem schon acht Mal gemacht habe – aber jedes Mal fehlt mir noch eine kleine Sache, die den Unterschied macht.
Dieser Salat ist in 20 Minuten auf dem Tisch, braucht keine Kochzeit und liefert durch Kichererbsen, Erdnussmus und Edamame genug Protein für eine vollständige Mahlzeit. Das Curry-Erdnuss-Dressing bindet alles mit einer nussigen, leicht scharfen Tiefe – kein wässriger Salat, sondern echte Substanz auf dem Teller.
Profi-Tipp
Der häufigste Fehler: das Dressing direkt über den Salat gießen, ohne die Kichererbsen vorher trocken zu tupfen. Feuchtigkeit aus der Dose verdünnt das Dressing sofort und zerstört die cremige Konsistenz. Lösung: Kichererbsen abgießen, kalt abspülen, dann mindestens 5 Minuten auf Küchenpapier liegen lassen. Erst dann mischen – das Dressing haftet satt an jeder Kichererbse, statt auf dem Salatboden zu verschwinden.
Rote Currypaste (z. B. von Thai Kitchen oder die Eigenmarke von Rewe und Edeka) ist in den meisten Supermärkten im Asia-Regal erhältlich. Erdnussmus: die naturbelassene Variante ohne Zuckerzusatz funktioniert besser als gesüßte Aufstriche. Edamame gibt es tiefgefroren bei Lidl und Aldi. Wer keine Edamame findet, nimmt einfach aufgetaute TK-Erbsen – gleiches Ergebnis, gleiche Textur.
Gehackter Thai-Kichererbsensalat mit Curry-Erdnuss-Dressing
4
Portionen20
minutes380
kcal5
minutes25
minutesZutaten
2 Dosen Kichererbsen (à 400 g, abgetropft ca. 240 g)
200 g Rotkohl, fein gehackt
150 g Edamame, aufgetaut (TK)
2 Stück Karotten, grob geraspelt
1 Stück rote Paprika, fein gewürfelt
3 EL frische Korianderblätter, grob gehackt
2 EL geröstete Erdnüsse, grob gehackt
3 EL naturbelassenes Erdnussmus (ohne Zuckerzusatz)
1 EL rote Currypaste
2 EL Sojasoße
2 EL Limettensaft (ca. 1 Limette)
1 TL Sesamöl (geröstet)
1 TL Honig oder Agavensirup
3 EL Wasser (zum Verdünnen des Dressings)
Zubereitung
- Kichererbsen abgießen und trocken tupfen. 5 Minuten auf Küchenpapier lassen – die Oberfläche muss sich trocken und leicht rau anfühlen, nicht glitschig.
- Dressing anrühren. Erdnussmus, Currypaste, Sojasoße, Limettensaft, Sesamöl und Honig in einer kleinen Schüssel verrühren, dann das Wasser löffelweise einarbeiten, bis das Dressing vom Löffel fällt wie ein dicker Sirup – nicht wie Wasser, nicht wie Paste.
- Gemüse vorbereiten. Rotkohl, Karotten, Paprika und Edamame in einer großen Schüssel vermengen – je feiner der Kohl gehackt, desto mehr Dressing nimmt er auf.
- Kichererbsen unterheben. Beim Mischen hört man ein leises Knistern, wenn die trockenen Kichererbsen gegen das Gemüse stoßen – das ist das Zeichen, dass sie wirklich trocken sind.
- Dressing darübergießen und sofort durchmischen. Mit Koriander und gehackten Erdnüssen bestreuen – die Erdnüsse geben beim Kauen einen deutlichen Crunch, der den Salat von einer weichen Schüssel unterscheidet.
Varianten
Wer Koriander nicht mag, ersetzt ihn durch frische Minze – das gibt dem Salat eine kühlere, frischere Note. Für eine wärmere Mahlzeit die Kichererbsen 10 Minuten bei 200 °C im Ofen rösten, bis sie außen knusprig klingen, wenn man die Pfanne schüttelt, und erst dann mit dem Gemüse mischen.
Beilagen
Ein paar Scheiben geröstetes Fladenbrot nehmen das überschüssige Dressing auf und machen den Salat zur vollständigen Mahlzeit. Gedämpfter Jasminreis (150 g pro Person) verwandelt die Portion in ein sättigendes Mittagessen. Klare Miso-Suppe als Vorspeise rundet das Menü ab, ohne mit dem Erdnussdressing zu konkurrieren.
FAQ
Kann ich den Salat vorbereiten und am nächsten Tag essen?
Ja – aber das Dressing separat aufbewahren und erst kurz vor dem Servieren untermischen. Bereits angemachter Salat wird nach einer Nacht im Kühlschrank weich, weil der Rotkohl Flüssigkeit zieht.
Wie scharf ist das Dressing mit einem Esslöffel Currypaste?
Mit einem EL roter Currypaste ist das Dressing spürbar würzig, aber nicht brennend – eine Schärfe, die man im Mund merkt, ohne dass die Nase läuft. Wer es milder mag, startet mit einem halben Teelöffel und schmeckt ab.
Funktioniert das Rezept auch mit anderen Hülsenfrüchten?
Weiße Bohnen oder Linsen aus der Dose funktionieren genauso gut – die Textur ist etwas weicher, aber das Dressing haftet genauso. Manchmal frage ich mich, ob die Version mit schwarzen Bohnen und etwas Räucherpaprika im Dressing nicht sogar noch interessanter wäre.